Dipl.-Psych. Stephan Mayer, Passau

Begriffserklärung für den Laien

(Erhebt keinen Anspruch auf absolute wissenschaftliche Korrektheit oder  Vollständigkeit, wird aber fortlaufend ergänzt. Um „bytes“ zu sparen wird nur die grammatikalisch männliche Form beschrieben, gemeint ist natürlich dabei auch immer die weibliche Form - z.B. Psychologin)

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Psychologie:  die Wissenschaft vom menschlichen Erleben und Verhalten (aus dem griechischen: „psyche“ = Seele, „logos“ = das Wort, die Lehre)

Diplom-Psychologe, Dipl.-Psych., akademischer Grad/Titel:  jemand der das Studium der Psychologie an einer Universität mit Examen abgeschlossen hat. Ein Diplom-Psychologe kann in verschiedenen Bereichen arbeiten, z.B. in Schule (Schulpsychologe), Werbung, Betrieb, TÜV, Erziehungsberatungsstelle, oder nach Weiterbildung auch als  Psychotherapeut.

„Studium der Psychologie“ in Lebensläufen bedeuted manchmal, daß jemand ein paar Semester Psychologie an einer Universität studiert hat, aber ohne Examen oder Abschluß  das Studium abgebrochen hat

Psychologe: eine eigentlich gesetzlich nicht geschützte Berufsbezeichnung (so könnte sich im Prinzip jeder nennen), ebenso „Psychologische Praxis“, „Berater für Psychologie“ und auch „Praxis für Psychotherapie“ sind gesetzlich nicht geschützte Bezeichnungen, allerdings verstoßen Anbieter, die sich ohne Diplom-Psychologe zu sein,  "Psychologe" nennen,  in aller Regel gegen das Wettbewerbsrecht (Stichwort: Verbraucherschutz). Ferner unterliegen sie der Strafbarkeit des § 132a Abs.2 StGB. Und: nach einem BGH-Urteil von 1983 darf sich nur Psychologe nennen, wer ein Hochschulstudium der Psychologie abgeschlossen hat.

Psychotherapeut: eine seit Januar 1999 durch das neue Psychotherapeutengesetz (PTG) gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung, wird manchmal trotzdem noch von Leuten mit zweifelhafter Ausbildung weiterverwendet - wo kein Kläger, da kein Richter.       

Wie findet man einen guten Psychotherapeuten? Siehe: ganz unten auf dieser Seite

Psychologischer Psychotherapeut: durch das neue PTG geschützte Berufsbezeichnung, verlangt staatliche Approbation (Zulassung). Jemand der nach abgeschlossenem Psychologiestudium sich fortgebildet/spezialisiert hat auf Psychotherapie

Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut: wie Psychologischer Psychotherapeut, aber Zulassung für Therapie mit Kindern und Jugendlichen

ärztlicher Psychotherapeut:  Jemand der nach abgeschlossenem Medizinstudium sich fortgebildet/spezialisiert hat auf Psychotherapie

Klinischer Psychologe: im englischen/amerikanischen Sprachgebrauch ( „Clinical Psychologist“) wie Psychotherapeut - im deutschen: beratender Psychologe (aus dem griechischen: klinein = anlehnen), hat nichts mit der „Klinik“, dem Krankenhaus zu tun

Psychotherapie: die Behandlung von seelischen Leiden/Erkrankungen mit psychologischen Methoden, nicht mit Medikamenten. Es gibt unzählige unterschiediche Richtungen der Psychotherapie, von den Kassen und Versicherungen werden z.Zt. nur erstattet: Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Psychoanalyse

Verhaltenstherapie: geht davon aus, daß das Problem, die Erkrankung erlernt ist, und daher auch wieder verlernt werden kann, arbeitet daher mit unterschiedlichen Methoden das erwünschte (gesunde) Verhalten zu  erlernen, interessiert sich weniger für die individuelle Geschichte, Kindheit, Vergangenheit oder das Unbewußte. Dauer einer solchen VT: ca 15 - 50 Sitzungen. 

tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie:   geht davon aus, daß das Problem, die Erkrankung auf einem unbewußten inneren Konflikt beruht, der durch negative oder unangenehme Erfahrungen oder Erlebnisse in der individuellen Geschichte/Kindheit entstanden ist. Man versucht daher diesen Konflikt bewußt zu machen, die Erfahrungen aus der individuellen Geschichte wieder  bewußt und emotional erinnerbar zu machen (“Aussöhnung mit dem inneren Kind“), und löst damit die Symptomatik auf, heilt die Erkrankung. Dauer einer solchenTherapie:  ca 15  -  80 Sitzungen zu je 50 min., meist wöchentliche oder 14-tägliche Sitzungsfrequenz

Psychoanalyse: ähnlich wie tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, nur geht man hier davon aus, daß mehrere unbewußte Konflikte verursachend sind, daß daher die Therapie weit mehr in die Tiefe gehen muß, daher Dauer einer solchen „Analyse“ meist 100 bis 200 oder mehr Sitzungen mit oft 2 bis 4 Sitzungen in der Woche. Bei der Analyse ist der Therapeut weit „nicht-directiver“ (zurückhaltender)  gegenüber dem Patienten als in den anderen Therapieformen.

NLP - neurolinguistisches Programmieren: eine Methode zur Veränderung von Einstellungen, Problemen und Verhalten, die Muster im Unbewußten mit symbolischen und suggestiven Sprachbildern, speziellen sprachlichen Formulierungen (aus der Hypnose- forschung) und symbolhaften inneren Bildern beinflußt und um-"programmiert".

Psyche: Seele, Geist, Gemüt, Verstand - psychisch: die Psyche betreffend -  psychologisch: die Wissenschaft Psychologie betreffend - psychosomatisch:  durch die Psyche verursachte körperliche Probleme/Leiden/Beschwerden/ Krankheiten (Behandlung mit Psychotherapie) - psychotisch: siehe Psychose - neurotisch: siehe Neurose  - psychiatrisch: siehe Psychiater - psychopathisch: ein auffälliges Verhalten unter dem der Betroffene selbst in der Regel nicht leidet, wie es z.B. bei der Neurose der Fall ist, sondern unter dem mehr die soziale Umgebung und die Mitmenschen des Betroffenen leiden.

Neurose z.B. Angst, Panik, Zwang, Depression: durch die Psyche verursachte seelische/psychische Erkrankung (nicht „geisteskrank/verrückt“), enstanden meist durch  Erfahrungen in der individuellen Geschichte/Kindheit (fehlerhafte Erziehung, schlimme Kindheit, Schockerlebnisse oder andere belastende Erfahrungen),  „eine richtige Reaktion auf eine falsche Erziehung“, oder erlernt. Behandlung durch Psychotherapie

Psychose:  körperlich verursachte psychische Erkrankung (z.B. Schizophrenie, Wahn: wenn jemand überzeugt ist - ohne Krankheitseinsicht -, daß er „Napoleon“ ist, oder Stimmen hört, die sonst niemand hört), Verursachung noch weitgehend ungeklärt, wohl durch verschiedene Faktoren (z.B. organische Veränderungen im Gehirn, Hormon- oder Stoffwechselstörungen), Einfluß der Vererbung geringer als allgemein angenommen. Psychotische Erkrankungen sind das, was man in der Umgangssprache als “geisteskrank” bezeichnet. Behandlung meist gut möglich durch Medikamente - siehe Psychiater/Nervenarzt

Erkrankungshäufigkeit: 1) jeder dritte Deutsche leidet im Verlauf seines Lebens an einer psychischen Erkrankung 2) nach verschiedenen Untersuchungen in England, Amerika und Deutschland leiden zu einem bestimmten Zeitpunkt jeweils 15 - 25 % der Bevölkerung an einer behandlungsbedürftigen Neurose oder psychosomatischen Erkrankung 3) in einer internistischen Universitätsklinik in Deutschland konnte man bei der Hälfte der Patienten keine körperliche Ursache für ihre Beschwerden finden. Bei nahezu 60 % dieser Patienten wäre eine Psychotherapie sinnvoll gewesen, sie waren also psychosomatisch erkrankt.  

Psychiater/Nervenarzt: jemand der Medizin studiert hat (ein Arzt) und sich auf die Behandlung - meist mit Medikamenten -  von  Nervenleiden, Geisteskrankheiten, Psychosen und seelischen Leiden fortgebildet/spezialisiert hat

Wie findet man einen guten Psychotherapeuten ? Fragen Sie in Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis, wer bei wem gute Erfahrungen gemacht hat. Das wichtigste Kriterium für einen Therapie-Erfolg ist in den verschiedensten Untersuchungen immer wieder die gute Beziehung zwischen Patient und Therapeut. Achten Sie also vor allem am Ende der ersten Stunde und auch während der 2. und 3. Sitzung auf Ihr Gefühl: fühlen sie sich wohl bei diesem Therapeuten (auch in dem Therapie-Raum), fühlen Sie sich ernst genommen und verstanden ?  Haben Sie das Gefühl, daß er für Ihre Problematik kompetent ist ? Wie reagiert der Therapeut auf Fragen und eventuelle Kritik ? Vertrauen Sie hier weitgehend Ihrem ersten Eindruck. Alle Titel und Krankenkassen-Zulassung sind leider kein sicheres Indiz für eine guten Therapeuten. Und wenn Sie ein ungutes Gefühl haben, trauen Sie sich bitte einen neuen Therapeuten auszuprobieren. Die ersten 3 - 5  “probatorischen Sitzungen” sind eine Probe für beide Seiten, auch für den Patienten. Hilfreich kann auch zur Vorauswahl eine Anfrage bei einem Berufsverband sein, z.B. bei der Psychotherapeutenliste der DPTV: www.psychotherapeuten-liste.de 

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